5 Situationen, in die nur Hundemenschen geraten

Kurioses aus dem Alltag des gemeinen Wohlstandshundes

Das Leben mit Hund wird selten langweilig. Denke ich an die letzten 22 Jahre zurück, in denen mich Hunde begleitet haben, fallen mir etliche kuriose Situationen ein, die mich Kopf schüttelnd, peinlich berührt oder extrem belustigt zurück ließen.
Hier sind meine Best Five:

1. Das Laternen-Gate

Wer hier häufiger liest, weiß, dass Klimt bei Begegnungen mit anderen Hunden an der Leine richtig ausrastet. Nachzurecherchieren hier, hier oder hier. Meistens nervt mich das und der andere Besitzer bekommt es öfter mal mit der Angst zu tun. Manchmal aber sorgt er so auch für einige Lacher.

Schon von weitem sehe ich die Dame mit dem niedlichen, weißen Kleinhund kommen. Ich versuche ein wenig Distanz zu schaffen. Klimt erblickt den Kontrahenten ebenfalls. Die Rute buschig erhoben, den Kamm beeindruckend gestellt, die Augen fixierend auf das Hündlein gerichtet beginnt er sein Ritual. Mit stolz geschwellter Brust hängt er sich in die Leine während seiner Kehle ein tiefe Mischung aus Bellen und Knurren entrinnt. Fast so etwas wie ein Grollen – nur mit B. Brollen. Kommt von Prollen, wer hätt‘s gedacht.
Ich verdrehe die Augen, lächle entschuldigend die andere Hundehalterin an und gehe einfach weiter.   Und dann passiert etwas, was uns alle aus dem Konzept bringt. Klimt brollt  weiter, guckt seitlich zum anderen Hund statt auf seinen Weg und übersieht die Laterne! Im letzten Moment rufe ich seinen Namen und versuche ihn zu warnen. Doch zu spät. Der Trottel-Köter knallt volles Rohr dagegen. Er stutzt, guckt mich verstört an und wedelt verunsichert mit dem Schwänzchen. Ich höre ein Lachen von der anderen Straßenseite. Die andere Hundehalterin. Ich grinse etwas beschämt zurück und registriere noch ein paar mehr Passanten, denen Klimt soeben ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat. Für heute hat es sich ausgebrollt.

Mein geliebter Vollpfosten 😂

2. Der Hund auf Platz 1

Einige Tage ist es wohl schon her seitdem ich meine Mutter das letzte Mal gesehen oder gesprochen habe. Es wundert mich also nur bedingt, dass mein Handy klingelt. Der Harken: Es ist Sonntag, morgens, 7.30 Uhr. Als würde sie mich nicht schon 34 Jahre kennen und haargenau wissen, dass das mal so gar nicht meine Zeit für Smalltalk ist. Na, ja, gut, es könnte ja auch jemand aus der Familie einen Schlaganfall oder so etwas gehabt haben. Ich nehme ab.
„Hallo, ich wollte einfach mal anrufen. Wie geht‘s Klimt denn?“
Oh! Hilfe! Wie soll es dem Köter schon gehen. Der rollt sich gediegen grunzend neben mir unter der Decke…
9 Monate hat sie mich unter ihrem Herzen getragen. 18 Jahre und mehr hat sie versucht, mich zu erziehen, mir die Weisheiten des Leben beizubringen, hat mich beherbergt und genährt – und das erste was ich am Telefon höre ist: Wie geht es dem Hund!!! Ernsthaft?

3. Fremder Kot 😝

Als verantwortungsbewusster Hundehalter hat man heutzutage ja immer einen großen Vorrat an Kacktüten im Mantel, in der Hosentasche oder trendig in einer Box irgendwo an sich hingeschnürt. Ich auch. Und wenn nicht, gerate ich schier in Panik.
In letzter Konsequenz zücke ich natürlich auch immer eine dieser Tüten, um die Hinterlassenschaft meines Hundes brav aufzuheben. Schön ist das nicht, aber eben nötig und nach Jahren nun auch eher Gewohnheit statt Drama.
Doch dann gibt es diese eine Situation, in der man all denen, die nicht so handeln, wünscht es möge sie der Blitz beim Blumen pflücken treffen. Stellt euch einen Samstagmorgen vor: Es ist viel zu früh, es regnet in Strömen, ihr habt noch nicht einmal gefrühstückt und die erste Zigarette und eine warme Tasse Tee warten auch noch auf euch. Stattdessen steht ihr mit eurem Hund im Park. Zum Glück kackt er  schon bald. Braves Tier! Ihr zückt den Beutel, beleckt euch den Zeigefinger, um den Eingang zu finden, stülpt euch das Plastik über die Hand und beugt euch in Richtung Wiese. Und dann!!! Dann umfasst ihr etwas, das nicht aus dem Poloch eures Hundes kam! Denn es ist kalt und hart.
Kopfkino on: Der war sicher nicht entwurmt. Ist das überhaupt Hundekot oder doch Kacke von irgendeinem LKW-Fahrer, Angler oder betrunkenem Assi, der es nicht mehr nach Hause geschafft hat?! Ihr kommt heim, überspringt das Frühstück, greift gleich zur Zigarette und googelt sämtliche übertragbare Krankheiten.
Übrigens an Hohn und Spott nur noch getoppt von: Ich hebe den Kot meines eigenen Hundes auf und trete währenddessen in die Scheiße eines fremden Hundes.

4. Mädelz pinkeln im Sitzen

Weil wir gerade bei den Hinterlassenschaften unserer Hunde sind, habe ich gleich noch einen Klassiker für euch. Wer eine Hündin hat, kennt das folgende Szenario womöglich. Ihr geht nichts ahnend spazieren, euer Hund läuft brav nebenher, schnuppert an der ein oder anderen Stelle und senkt schließlich das Hinterteil in Richtung Boden, um zu pieseln.
Doch! Diese Szene sollte nicht unbeobachtet bleiben. Aus dem Nichts heraus nehmt ihr plötzlich eine kratzig-hasserfüllte Altweiberstimme wahr: „Die Sauerei machen Sie aber schon weg?!“ Etwas leiser, aber dafür immer noch empört und gleichzeitig nach Bestätigung suchend zu ihrem Begleiter: „Eine Sauerei, dass die ihren Köter da jetzt hinscheißen und den Dreck liegen lässt!“
Beim ersten Mal als ich mit Louni so eine Szene erleben durfte, war ich verunsichert. Doch recht schnell habe ich gelernt, damit umzugehen. Meine klassische Antwort seither: „Sie irren. Mein Hund kotet nicht, er uriniert. Es ist so ähnlich wie bei den Menschen: Männliche Hunde machen das im Stehen. Weibliche setzen sich brav.“
Mein Rat: Auf mehr Diskussion und Aufklärung dürft ihr euch nicht einlassen, denn das stiehlt euch nur Lebenszeit.

So macht's nur der Rüde! (Und eventuell die ein oder andere Rüdin 😉)

5. Haarige Jahrtausendwende – a.k.a. A tribute to Alice Schwarzer

Zu guter Letzt noch ein Schwank aus meiner Jugend. Es dürfte Ende der 90er, Anfang der 2000er gewesen sein als ich mit meiner neuen Freundin Claire* im Stadtpark saß, auf einer Treppe, etwas versteckt, ich hatte gerade heimlich das Rauchen angefangen. Es war schon dunkel und Herbst. Claire und ich kannten uns erst kurz, verstanden uns aber gut. Wir teilten uns einen Discman, jeder einen Knopf im Ohr, es lief schlechte Punkmusik. Ich starrte ihre Beine an. Kurzer Rock im Leo-Print, schwarze Strumpfhose mit Löchern, Dr. Martens-Stiefel bis über den Knöchel.
An meine Klamotte kann ich mich nicht mehr genau erinnern. Schlichter war es jedenfalls. Bully, ein reichlich gestörter Collie-Mix und die Liebe meines Lebens, prägte mich in dieser Zeit. Kein Outfit ohne Hundehaare! Wenn ich nicht gerade pubertierte, dache ich nur an Hunde – völliger Tunnelblick, wie das Ende der Story zeigen wird.
Ich schaute mir weiter Claires Beine an. Wer jetzt auf eine heiße Geschichte hofft, in der ich meine lesbischen Neigungen entdecke, den muss ich enttäuschen. Ich glotzte aus einem anderen Grund. Zwischen dem Geschrei zweier Songs frage ich sie endlich:
„Hast du auch einen Hund oder eine Katze?“
„Ne, wieso?“
„Na, ja, wegen der vielen hellen Haare auf deiner Strumpfhose.“
Kurze Zeit Stille.
„Hm, ich hab mir halt die Beine nicht rasiert.“
„Ach, so...“
Ui ui ui! Ich sterbe. Vor Scham. Oh, Hilfe, wie bescheuert… Mist! Peinlich! Es sind ihre eigenen Haare die durch die Strumpfhose durchgucken! Alice Schwarzer wäre stolz auf sie gewesen und hätte mich zum Teufel gejagt.
Wir haben danach nie wieder darüber gesprochen und waren noch jahrelang miteinander befreundet. Ich rasiere mir bis heute die Beine. Ich weiß nicht, wie es Claire damit hält.

*Name aus Gründen des Persönlichkeitsrechts geändert.

Kommentare

  1. Ha,ha,ha, danke für den Lacher zum Kaffee und zur Zigarette. Kann ich quasi alles unterschreiben, wobei ich bei meiner Claire den Mund nicht aufgemacht habe. Sie war viel zu cool, rauchte Joints und ging auf jedes NOFX Konzert. 😅
    Herzliche Grüße
    Stephie

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    1. Ja, stimmt! NOFX war damals DER Shit. Auf ein Konzert von denen durfte ich aber nie. Und als ich alt genug war, war´s nicht mehr meine Musik.

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