Tutorial für DIY-Legastheniker


Türchen Nummer 12

Herzlich willkkommen im zwölften Türchen des Dogblogger Adventskalenders. Nachdem ihr gestern schon einen wunderbaren Text von Frau Alma lesen durftet und morgen in die Welt von Retro Mops eintauchen dürft, möchte ich euch heute den Advent ebenfalls ein wenig verschönern. Viel Spaß bei der Lektüre!

KBB – eigentlich total super, vor allem in der Vorweihnachtszeit. Dennoch aber so gar nicht mein Ding. Also es ist super, solange es andere machen. Kurz zur Erklärung: KBB hat rein gar nichts mit dem sowjetischen Geheimdienst (KGB) zu tun, auch wenn es wohl spannender wäre, sondern steht für „Kochen, Backen, Basteln“. Ich kann alle drei Dinge schon irgendwie, wenn es eben sein muss, naja, zumindest das Basteln. Nicht umsonst hat mir der Leistungskurs Kunst vor etlichen Jahren das Abitur gerettet. Aber wirklich Spaß habe ich nicht daran, auch nicht, wenn ich es für meine Hunde tue. Und so wie ich es mir im Kopf ausdenke, wird es auch nie. Wem es ähnlich geht, sollte nun weiterlesen. Denn im Folgenden verrate ich euch meine ultimativen Tipps für den klassischen DIY-Legastheniker, damit der Advent und das Weihnachtsfest mit Hund trotzdem toll werden!

Fotos (4): Tobias Riepl

Fotografieren statt Kochen

Kochen ist eine super Sache. Nur irgendwie nicht so sehr für mich. Einfache Dinge im kleinen Rahmen klappen auch, gezwungenermaßen. Ich will ja nicht verhungern. Aber ich finde einfach keine Erfüllung darin, zum Beispiel für andere ein Weihnachtsmenü zu zaubern. Bei mir wird der Braten auch nach Stunden nicht durch, aber dafür zäh. Die Soße brennt an und die Beilagen verkochen. Die Küche schaut aus wie ein Schweinestall und das Aufräumen hinterher nervt einfach nur. Ja, allein ist das wohl blöde, aber zu mehreren ist das doch ganz easy, wird dann argumentiert. Ich kenne tatsächlich ganz viele, für die es die ultimative Freizeitbeschäftigung ist, mit Freunden zu kochen. Die geben das dann auch immer bei irgendwelchen Fragebögen unter der Rubrik „Freizeit und Hobbys“ an. Bin ich bei sowas dabei, schnibbel ich alibi-mäßig kurz etwas, schenke mir ein ordentlich großes Glas Rot- oder Weißwein ein und verzieh mich mit ner Zigarette in den Garten. Die Hunde mussten doch gerade eh mal raus zum Pieseln, oder?! Ziemlich assi, nicht wahr? Andererseits zwinge ich ja auch niemanden, stundenlang zu lesen, zu recherchieren und Texte zu schreiben oder zu fotografieren.
Hey! Aber warum eigentlich nicht?! Fotografieren statt Kochen macht doch Sinn! Denn sicher kennt ihr die ausgelassenen, feucht-fröhlichen Adventsfeiern bis in die Morgenstunden mit Freunden und Kollegen oder dann auch die Weihnachtsabende selbst. Die ganze Familie kommt zusammen. Man sinniert beim Essen über das Jahr nach, schmiedet Pläne für das nächste und packt lustige Geschichten aus längst vergangen Tagen aus. Währenddessen schleichen die Wohlstandhunde um den Tisch, in der Hoffnung es fällt etwas ab, und die Kinder hält es kaum mehr auf ihren Stühlen, weil ja jede Minute das Christkind zur Bescherung läuten könnte. Doch ein paar Tage später verblassen dann die Erinnerungen. Außer! Ja, außer, es gab da jemanden, der zufällig nicht gekocht, sondern fotografiert hat. Also schnappt euch eure Kameras oder Smartphones und haltet solche wunderbaren Augenblicke fest. Denn auch wenn in dem Moment, in dem der Auslöser klickt mindestens eine Person herumheult, sie wolle nicht aufs Bild, weil die Frisur nicht säße, freuen sich im Nachhinein alle über das Fotomaterial. Es müssen auch gar keine Hochglanz-Katalog-Highend-Super-Fotos sein. Was zählt ist, die Erinnerung an wunderbare Stunden und die Stimmung, die das Bild transportiert. Eine einzige Fotografen-Regel gibt es aber: Auf mindestens jedem zweiten Bild sollte auch Hund zu sehen sein!

Tricksen statt Basteln

Wer ein Talent fürs Basteln hat, ist klar im Vorteil. Denn selbst gemachte Geschenke, sind ja bekanntlich die Schönsten und Persönlichsten. Wer kein Talent hat, muss sich eben etwas anderes einfallen lassen. Ich gehöre leider dazu. Denn mir fehlt die Zeit, die Kreativität und wohl auch das Talent dafür. Umso mehr bewundere ich diejenigen, die das schaffen.
Besonders Frauchen und Herrchen basteln gerade in der Adventszeit sehr gerne für ihre Wohlstandhunde – so mein Eindruck. In den letzten Tagen habe ich zum Beispiel etliche selbst gemachte Adventskalender und Anleitungen dazu für Hunde im World Wide Web entdeckt. Auch Intelligenzspielzeug für den Hund als Weihnachtsgeschenk steht offenbar hoch im Kurs.
Ich will jetzt auch wirklich niemandem das Basteln für den Hund schlecht reden. Und womöglich habt ihr alle viel sensiblere Hunde als ich. Aber Klimt und Louni ist es völlig Wurscht, ob ich täglich ein Türchen für sie aufmache und ein Goodie herauspfriemle oder denen einfach so einen Brocken Fleisch, Apfel oder Käse zustecke.
Viel toller ist es für die beiden, wenn ich Zeit mit ihnen verbringe – zum Beispiel beim Tricksen. Gerade zu Weihnachten, wo ja recht schnell recht viel Geschenkpapier im Wohnzimmer herumfliegt, nachdem alle neugierig ihre Geschenke aufgerissen habe, finde ich die Übung „Aufräumen“ praktisch. Wir haben das mittels Klicker eingeübt. Als Voraussetzung ist es von Vorteil, wenn der Hund schon apportieren kann. Ansonsten braucht man nur einen leeren Papierkorb, ein Spielzeug, einen Hund und eben einen Klicker. Den Papierkorb stellt man zunächst in seine unmittelbare Näher und gibt dem Hund das Kommando „Brings“ (oder was ihr sonst sagt, wenn er ein Spielzeug zurückbringen soll). Geklickt wird am Anfang natürlich, wenn er das Spielzeug zu dir bringt. Dann aber nur noch, wenn er es in die Nähe des Papierkorbs legt und am Ende natürlich, sobald es in den selben fällt. Sitzt das sicher, kann man den Papierkorb auch weiter weg aufstellen. Als Kommando verwende ich dann übrigens schon nicht mehr „Brings“, sondern „Aufräumen“. Wenn der Hund das Spielzeug schon sicher in den Korb wirft, kann man sich statt an einem Spielzeug schon mal an zusammengeknülltem Papier versuchen. Allerdings kann es aufgrund von Sabber schnell mal durchweichen.

Spazierengehen statt Backen

Weihnachten ohne Plätzchen geht irgendwie nicht. Der Duft, das geschäftige Treiben in der warmen Küche und das gespannte Probieren, der noch heißen Teile. Das gehört natürlich dazu – außer für mich. Mit dem Backen sieht es so ähnlich aus wie mit dem Kochen: Klar kann ich ein Rezept lesen, die Zutaten zusammenfügen und das Ganze in den Ofen stellen. Aber es macht mir einfach nicht sonderlich viel Freude und das Ergebnis schmeckt mir noch nicht mal besonders. Ich bin einfach kein Freund von süßen Backwaren. Wenn ich Zucker brauche, gönn ich mir ein Stück Schokolade oder Pralinen – aber auch das nicht besonders oft. Hinzu kommt, dass ich noch nicht einmal eine Kuchenform oder ein Rührgerät besitze. Also gibt es auch für die Wohlstandshunde keine selbst gemachten Plätzchen oder Kekse zu Weihnachten. Auch hier habe ich den Verdacht: Denen ist sowieso ein Stückchen Fleisch oder ein stinkender Kauartikel viel lieber als mein Backwerk.
Mein Rat für alle, die ebenso ungern in der Backstube stehen wie ich: Nutzt die Stunden, die ihr sonst fürs Backen geopfert hättet und geht raus! Packt euch warm ein, schnappt euch eure Wohlstandshunde und brecht auf zu einem frostigen Winterspaziergang! Gerade wenn alle und alles in der Weihnachtshektik zu ersticken drohen, gibt es nichts erdenderes, als einfach mal mit den Hunden mitten im Wald zu stehen und durchzuatmen, während alles still ist und nur manchmal etwas ganz leise im Holz knackt.

Der Grog gegen das schlechte Gewissen

Wir halten also fest: Kochen, Basteln und Backen ist nicht im Hause Wohlstandshund. Für uns ist das auch echt ok. Aber manchmal, vor allem jetzt im Advent schleicht sich das schlechte Gewissen ein. Denn wenn man von Freunden, Bekannten und der Familie ständig zum Essen eingeladen wird, selbst gemachte Geschenke erhält oder ein Tütchen mit Plätzchen bekommt und nichts zurückzugeben hat, ist das schon ziemlich doof. Nimmt das Ganze überhand, gibt es daher von uns eben eine Flasche Rum. Wieso Rum? Ja, weil ein Grog für mich das ultimative Heißgetränk im Winter ist und in den gehört nun mal ein ordentlicher Schuss Rum.
Und nun liebe Leser! Werdet Zeuge einer Premiere auf diesem Blog! Das erste und wohl einzige Mal werde ich einen Rezepttipp mit euch teilen.
Zutaten:
  • 200 ml Wasser
  • 4 cl Rum
  • 3 TL brauner Zucker (weißer geht aber auch)
Zubereitung:
Das Wasser im Wasserkocher erhitzen. Den Zucker und den Rum derweil in eine Tasse geben. Anschließend mit dem heißen Wasser auffüllen, umrühren, fertig!

Das letzte Einhorn

Nun habe ich noch einen ultimativen Weihnachtstipp für euch: Das letzte Einhorn! Nein, ich will jetzt nicht auf den Einhorn-Trend aufspringen, der das Jahr 2017 mitbestimmt hat. Ich möchte euch nur den Film „Das letzte Einhorn“ ans Herz legen. Seitdem ich ein kleines Kind bin ruft dieser Zeichentrick mehr weihnachtliche Gefühle bei mir hervor, als es Kochen, Basteln oder Backen jemals könnten. Das Ganze funktioniert natürlich nur, wenn ihr euch einen heißen Grog (wahlweise auch Glühwein, Kinderpunsch, Tee oder Cacao) und eine warme Decke organisiert und mindestens einen Hund mit aufs Sofa und am besten unter die Decke nehmt. Licht aus – DVD an!

„Geschöpfe der Nacht ans Licht gebracht!“
„Lauf nie davon vor etwas Unsterblichem. Das erregt seine Aufmerksamkeit."
„Die Wahrheit schmilzt jeden Zauber. Immer“
„Es gibt nie ein glückliches Ende. Denn es endet nichts.“
💓

Am 24. Dezember, 20.15 Uhr, ist der Film übrigens auf RTL 2 zu sehen.

Aber hier bekommt ihr ihn auch:

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Kommentare

  1. Haha, du bist mir extrem sympathisch. Im Gegensatz zu dir koche ich gerne, auch für andere, aber nie mit anderen. Zu viele Köche verderben den Brei. Und da verziehe ich mich lieber mit dir auf die Terasse.
    Ansonsten besteht im Hause Pell-Mell das gleiche Talentpotenzial für DIY wie im Hause Wohlstandshund. Aber hey, ich bin eine gute Handwerkerin und verputze dir gerne eine Wand oder fliese dein Bad. Nur wenn ich mit kleineren Dingen als Schraubenziehern hantieren muss, versagt jede Hand-Auge-Koordination.
    Und wenn es am 25.12. um 16:55 nach dem Spaziergang dunkel ist, empfehle ich auf 3Sat Clarence dabei zuzusehen, wie er seine Flügel erhält. "Ist das Leben nicht schön", mein liebster Weihnachtsfilm.
    Herzliche Grüße
    Stephie

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    1. Den Film kannte ich noch gar nicht und habe mich von meinem Kollegen gerade belehren lassen, dass es wohl ein echter Klassiker sei.
      Handwerkerttechnisch bin ich übrigens ganz gut ausgestattet - hab da nen talentierten, hübschen Schreiner an meiner Seite. Aber sollte ich mal neue Fliesen brauchen, melde ich mich evtl. mal. ;)

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  2. Du hast dir gerade 1.000.000 Sympathiepunkte eingeheimst! 😍 die ersten 400.000 gab es für das Grog-Rezept (ich hab noch nie welchen getrunken, aber alle Zutaten stehen hier bereit) und die restlichen 600.000 gab es dafür, dass du meinen absoluten Lieblingsfilm aus meiner Kindheit empfohlen hast! 😍 Alle erzählen was von Haselnüssen und Aschenbrödel , aber das letzte Einhorn ist mein persönliches Weihnchts-Highlight. Ok, und hier und da läuft er auch im DVD-Player ... ☺️

    Eine schöne Adventszeit wünschen wir euch noch!
    Liebe Grüße,

    Doxa mit Hayley und Darida

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    1. Hehe, vielleicht sollte ich dann doch mehr Rezepte posten und die Rubrik "Kochen für Faule und Talentfreie" oder so einführen.
      Also so richtig zu schätzen weiß ich das letzte Einhorn wohl erst seitdem ich bissl älter bin. Denn im Grundschulalter fand ich vor allem die Hexe und die Harpyie extrem gruselig.
      Dir auch noch einen schöne Advents- und Weihnachtszeit!

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  3. Ich muss zugeben, ich bin wahrscheinlich das absolute Gegenteil von dir 😂. Ich bastel und backe was das Zeug hält, nur beim Kochen da sind wir uns wohl einig. Das überlass ich auch immer den anderen und geh lieber eine rauchen 😅.
    Wobei ich dir aber 1000000%ig zustimme, ist, dass "Das letzte Einhorn" ein absolutes Muss an Weihnachten ist! Und vorher schau ich "Annabelle und die fliegenden Rentiere". Mein absoluter Lieblingsweihnachtsfilm seit Kindertagen. Auch heute noch mit Heulgarantie!

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  4. Dieser Beitrag hat mich köstlich unterhalten. Kochen kann hier bei mir schon ab und zu mal passieren, doch ansonsten kann ich mich mit beschriebener Haltung voll identifizieren. Das mit dem praktischen Aufräumen wird Hündin Hanni sicher gefallen und das Grog Rezept hab ich soeben notiert. Dankeschön! Übrigens tolle Outdoor Fotos! Freue mich nun noch mehr auf die nachmittägliche Runde!

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    1. Freut mich, dass dir der Beitrag gefällt. Und das Lob mit den Outdoor-Fotos gebe ich gerne an meinen lieben Fotografen-Kumpel weiter, der ne klasse Kamera hat die dem Schneefall 1a getrotzt hat.

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  5. Ach wir Herlich. Ein toller Beitrag. Ich glaube ich habe unserer nächsten Trick gefunden. Und schwups die wupp wird Kuma für mich aufräumen. Bodenwischen tut er ja schon. Zu mindest die Küche :)

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    1. Oh! Ja! Unsere Küche ist auch blitzblank geputzt. ;)

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